Was ist eigentlich die „Story", das „Narrativ" hinter Pink Noise? Oder anders: Warum machen die das, wenn doch die halbe Welt relativ plötzlich davon überzeugt zu sein scheint, dass Alkohol im Prinzip sofort zum Tode führt? Zudem sind die Supermärkte voll von billigen Weinen aus wer-weiß-schon-genau-woher und zu guter Letzt hilft die geopolitische Lage der Ausgabenfreudigkeit und damit dem darbenden Weinbau auch nicht gerade auf die Sprünge. Also, warum machen die das?

Wir machen da nicht mit

Ein Grund ist bestimmt, dass wir raus wollen. Zeitweise zumindest mal weg von den Jobs und mal ganz klassisch und wildromantisch was „mit den Händen machen". Ja, ist natürlich ein Klischee. So be it. Vor allem aber wollen wir raus aus der oben geschilderten schlechten Laune. Wir haben uns entschieden da einfach nicht mitzumachen. Warum? Weil wir es seit zwei Jahren anders erleben.

Wir haben als Lesehelfer bei Madame Flöck angefangen. Von schlechter Laune kann da keine Rede sein, unsere Sozialisation im Weinberg fand unter den allerbesten Bedingungen statt. Nicht umsonst heißt einer unserer Weine „Punk Rob". Alles begann eines schönen Herbstes bei Rob und Derek, die mitten im Lesestress immer Zeit hatten, auch unsere dümmsten Fragen zu beantworten. Es gab bulgarische Schlager im Weingarten. Es gab jede Menge toller Weine nach einem anstrengenden Tag der Lese. Und eine bunte, schlaue und internationale Community, die wir kennenlernen durften. Das wollten wir auch!

Im Weingarten am Winninger Hamm
Weingarten statt Weinberg, wie die Österreicher sagen. Ab jetzt nur noch so.

Der Rest ging dank tatkräftiger Hilfe schneller als gedacht. Wir konnten den Weingarten (sagen die Österreicher, wie schön ist das denn bitte? Ab jetzt nur noch Weingarten, danke) im Winninger Hamm von Materne & Schmitt übernehmen. Zum Glück auch Janina in Teilen, die uns immer mal wieder zeigt, wie man es noch besser macht. Unser erstes Fass kam aus dem Burgund über Tobias Feiden. Es ruht jetzt im Keller von Madame Flöck. Gepresst wird bei Materne & Schmitt, und Rob passt auf, dass wir keinen Quatsch machen. Alles Teamwork und viel Hilfe von Menschen, die auch noch anderes zu tun haben.

Das Produkt: Wein. Riesling.

Und dann ist da natürlich noch „das Produkt". Wein ist unserer Meinung nach das faszinierendste Getränk auf dem Planeten. Und wenn es dann auch noch Riesling ist, erst recht. Aus all den Gründen, die ihr kennt und nicht mehr hören könnt. Wir auch nicht. Aber stimmt halt.

Guter Wein hat eine eigene Genussqualität, die das Getränk von anderen unterscheidet.

Wir machen Weine, die unkompliziert sind und daher Spaß machen. Wir wollen weniger Alkohol, wir wollen Veränderung im Glas. Wir wollen, dass man merken kann, wie sich der Wein entwickelt. Wir machen Weine ohne Zusätze, ungefiltert und mit sehr wenig Schwefel kurz vor der Abfüllung.

Das muss man aber alles nicht wissen. Wir sind stolz, wenn der Wein einfach als lecker empfunden wird und man am liebsten noch eine zweite Flasche aufmachen möchte.

Terroir? Eher: der Ort.

Die Mosel bei Winningen
Winningen an der Mosel: landschaftlich ein Traum, und dann wächst da auch noch Wein!

Wir interpretieren Terroir ein bisschen anders. Nicht so über Schiefer und Steillagen, mehr so über den Ort. Den Vibe. Winningen ist echt lustig. Kommt da mal vorbei. Die Mosel ist landschaftlich ein Traum. Und dann wächst da auch noch Wein!

Die Mosel ist aber schon auch besonders, und in vielen Dingen — verzeiht uns, liebe Moselaner — ist da Luft nach oben. Winningen ist da besonders: Winzer aus drei Kontinenten machen Neues und Klassisches. Mit und ohne VDP-Adler entstehen mit die besten Rieslinge an der Mosel. Und dann: s.o. nette Menschen, viel Hilfe, gute Laune. Das muss in die Flasche.

Detail aus dem Weingarten Detail aus dem Weingarten
Details aus unserem Weingarten im Winninger Hamm.

In Pink Noise steckt also das, was uns hierhin geführt hat: Handarbeit. Community. Der Ort. Offenheit. Internationalität. Guter Vibe. Wir hoffen, das merkt man.

← Zurück zum Blog