Wir bearbeiten ein Stück Winninger Hamm, auf dem Reben von 1971 stehen. Der Hang ist nicht ganz einfach, da er an einigen Stellen sehr karg und sehr trocken ist. Die alten Reben wurzeln tief und tragen wenig. Dafür aber in bester Qualität.
In einem extrem trockenen Jahr wie diesem, haben es aber selbst die alten Reben extrem schwer. Wir hatten einiges an Verlust in der Laubwand und fiebern der Lese mit gemischten Gefühlen entgegen. Die Trauben sehen gut aus, der Regen der letzen Tage war natürlich zu spät, scheint die Trauben bisher aber nicht zu gefährden.
Neben dem Stress, den "die Alten" hatten, sind uns sämtliche Neupflanzungen in den heißen Sommermonaten eingegangen. 160 junge Reben, Wiltinger und Saarfeilser aus den Beständen der leider nicht mehr existierenden Rebschule von Nik Weis. Wir hatten bewusst die wachstumsstarke Unterlagsrebe Richter 110 gewählt. Bis Mai sah das alles sehr gut aus, alle Setzlinge haben ordentlich ausgetrieben.
Dann kam der Juni und Juli und damit Game over. Wir hatten leider nicht die Möglichkeit, im Steilhang zu bewässern. Und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Also denken wir anders: Wir überlegen, Teile des Hangs mit Stroh abzudecken. Wir denken über historische Sorten nach, die mit den neuen Klimabedingungen besser zurecht kommen könnten. Wir denken über noch stärker ertragsreduzierenden Schnitt nach.
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